Nicht schön. Nicht souverän. Aber erfolgreich. Der TV Kirchheimbolanden meisterte in der Basketball-Landesliga nach drei Wochen Wettkampfpause die hohe Hürde beim TV 03 Ramstein. Knapp 97:90 (43:37) gewannen die Nordpfälzer und bleiben in der Verfolgerrolle des Spitzenreiters 1. FC Kaiserslautern II.
„Das war ein mieses erstes Viertel von uns. Wir fanden überhaupt nicht ins Spiel. Hinzu kam die hohe Ramsteiner Trefferquote“, erklärte TVK-Headcoach Eva-Maria Krause-Lott. „Der Gegner traf extrem sicher aus der weiten Distanz. Insgesamt erzielte Ramstein 14 Drei-Punkte-Treffer. Alleine im ersten Viertel gab es sechs Dreier in unserem Korb. Meist standen die Gastgeber nicht frei, sondern trafen gegen Behinderung, manchmal sogar mit einer Hand vor dem Gesicht.“ Gegen diese starke Wurfausbeute von der 6,75-Meter-Marke fand der TV trotz direkter Mann-Mann-Verteidigung kein Rezept.
Durch Ramsteins Dreier-Festival im ersten Teilabschnitt führte der Underdog 29:18. Ein Schock für den TVK, der allerdings im zweiten Viertel die Abwehr stabilisieren konnte. Es war die einzige Phase, in der die Krause-Lott-Schützlinge die Westpfälzer defensiv stoppen konnten. Mit dem 25:8-Lauf machten „Kibos“ Korbjäger zunächst den Rückstand Punkt um Punkt wett und drehten kurz vor dem Seitenwechsel das spannende Spiel zu ihren Gunsten.
Offensiv lief es beim Turnverein mit schnellen Kombinationen und guten, sicheren Abschlüssen. Ein besonderes TVK-„Pfund“ war die große Ausgeglichenheit. „Wir haben einen tiefen Kader und sind mit guten Schützen stark besetzt“, sagte Krause-Lott. „Die Jungs wechselten sich im Körbe-Erzielen ab. Alleine sechs Spieler scorten zweistellig – das war eine ganz starke Teamleistung.“ Trotz „Kibos“ großer Trefferlaune blieb die Partie eng und spannend, weil sich auch der TV Ramstein nach der Halbzeit wieder in einen Punkterausch warf und wie der TVK über 50 Treffer in Durchgang zwei erzielte.
Das Teilergebnis von 53:54 in der zweiten Hälfte zeigt den offenen Schlagabtausch mit Korbraumaktionen im Zehn-Sekunden-Takt. „Im zweiten Viertel spielten wir groß auf. Auch in der zweiten Hälfte lief es im Angriff richtig gut“, lobte Krause-Lott. „Leider waren wir in der Verteidigung anfällig. Es gab zerfahrene Aktionen, was dazu führte, dass wir es nicht schafften, Ramstein komplett unser Spiel aufzuzwingen.“
Die Kreisstädter zogen mehrmals auf bis zu zehn Zähler weg. Wie beim Stand von 37:45 (22.), 50:57 (26.) oder 71:81 (34.). Doch jedes Mal kamen die Einheimischen zurück (45:45, 64:65, 85:88). Auch wenn es bis in die Schlussminute (90:94) knapp blieb, das abgezockte TVK-Team ließ sich die Führung und den Sieg nicht mehr nehmen. Philipp Reis, Sven Radloff und Faruk Yasin erzielten in der Crunchtime mit großer Nervenstärke an der Freiwurflinie wichtige Punkte. „Wir wussten, dass eine schwere Aufgabe auf uns wartet. Der Gegner hat seine Möglichkeiten optimal genutzt“, meinte Krause-Lott. „Wir sind zufrieden. Weil wir nach schwachem Start schnell eine gute Reaktion zeigten, bis zum Schluss stabil blieben und im Angriff eine hohe Trefferausbeute hatten.“
Für die „Highlights“ der hochklassigen, tempogeladenen Partie sorgte der Tabellenzweite aus der Kleinen Residenz. Mit der Halbzeitsirene gelang Ludwig Weinsheimer ein Buzzer-Beater. Der spektakuläre Korberfolg passiert nicht alle Tage. Der TVK-Routinier warf den Ball kurz vor Ablauf der Spielzeit von der eigenen Freiwurflinie fast übers komplette Feld Richtung gegnerischen Korb – und traf unter großem Jubel seiner Mitspieler. Ein Dreier aus dem Kuriositäten-Kabinett!
Ein ähnlicher Versuch sorgte mit der Schlusssirene des dritten Viertels für Aufsehen: Philipp Reis wollte es Weinsheimer nachmachen und setzte seinen Wurf in der eigenen Hälfte an. Fast wäre das Kunststück erneut gelungen. Die orangefarbene Lederkugel schaute bereits in den Korb, fiel aber über den Ring heraus. Doch Lukas Ruther schaltete blitzschnell und verwandelte den Abpraller rechtzeitig vor der Sirene im Ramsteiner Korb. Zwei Korberfolge mit insgesamt fünf Punkten, die bei der knappen Endabrechnung Gold wert waren!