Sportlich gab’s für den TV Kirchheimbolanden einen Saisonauftakt nach Maß. Uwe Eid sprach mit Caroline Glaß, die seit über zwei Jahrzehnten als Geschäftsstellenleiterin die Fäden im Hintergrund bei Kibos Korbjägern zieht, über den Tausch von Terminen und den Neuaufbau bei den Basketball- Frauen.
Mit „Pauken und Trompeten“ startete der TV Kirchheimbolanden in die neue Landesliga-Runde. Beim SC Lerchenberg landeten die TVK-Basketballer am Samstag einen 102:69-Kantersieg und sind der erste Tabellenführer der neuen Saison. Jeder Spieler traf. Bemerkenswert war der perfekte Einstand von TVK-Neuzugang Henning Borggräfe, der mit einer starken Leistung und 33 Treffern Topscorer wurde. Es gab in den vergangenen Tagen aber auch andere Themen.
Frau Glaß, sind Sie überrascht vom hohen Sieg am ersten Spieltag?
Der Erfolg nicht, die Höhe des Ergebnisses hat mich aber immens überrascht. Wir haben eine starke Truppe beisammen. Dass wir so souverän im ersten Spiel aufgetreten sind, ist richtig stark und freut mich extrem. Besonders für das
Team und unsere Trainerin Eva-Maria Krause-Lott. Ein perfekter Auftakt.
Für nächstes Wochenende haben Sie das erste Heimspiel abgesagt. Was sind die Hintergründe?
Aktuell wurden in der Sporthalle vom TÜV die beiden Hauptkörbe und zwei Nebenkörbe gesperrt. Die Korbanlagen sind veraltet. Sie sollen in den Herbstferien repariert beziehungsweise saniert werden. Bis dahin können wir sie nicht nutzen. Deshalb habe ich das komplette erste Heimspiel- Wochenende verlegt. Neben dem Landesliga-Spiel waren weitere Begegnungen betroffen. Insgesamt ging es um sieben Spiele. Natürlich leidet unter den gesperrten Körben auch der Trainingsbetrieb, da nur drei Seitenkörbe, die vor einiger Zeit erneuert wurden, in der Halle zur Verfügung stehen.
Wann wird sich das Landesliga-Team zum ersten Mal in eigener Halle seinen Fans präsentieren?
Die Sanierung ist in den Herbstferien geplant. Wir gehen davon aus, dass wir ab Mitte Oktober die Halle wieder normal nutzen können. In der Landesliga wird unser erstes Heimspiel gegen den TV Oppenheim am Samstag, 24. Oktober, stattfinden. Vor der kurzen Wettkampfpause in den Ferien haben wir nur Auswärtsspiele. Aufgrund der besonderen Termindichte ist der Zeitplan in einer Saison sehr eng gestrickt. Deshalb war mein erstes Ziel, für alle Spiele unser Heimrecht der Vorrunde mit allen Gegnern für die Rückrunde zu tauschen. Das gelang, weil am Rückrundentermin am 12. Dezember unsere Halle frei war und wir sie für alle betroffenen Spiele nutzen können. Und darüber hinaus, weil jeder Verein unserem Vorschlag zustimmte und auch die Spielleitungen unsere Vorschläge unkompliziert unterstützten. Schön, dass das mit der besten und elegantesten Lösung klappte und wir keine komplett neuen Termine oder Wochenenden finden mussten.
Was ändert sich konkret?
Unser Herrenteam ist damit beispielsweise im September bei den ersten drei Landesliga-Spielen komplett auswärts gefordert. Jetzt am kommenden Samstag um 16.30 Uhr in dem neu terminierten Match bei den Towers in Speyer und eine Woche später beim ASC Mainz II. Dafür dürfen Eva und die Jungs in den ersten drei Rückrundenbegegnungen zuhause auflaufen.
Komplett abgemeldet vor der Saison haben Sie die Damenmannschaft. Setzt der TVK jetzt nur noch auf die Männer?
Ganz und gar nicht. Wir haben dieses Jahr insgesamt acht Teams gemeldet. Davon gibt es auch eine Mädchenmannschaft in der U14-Landesliga. Coach ist unser Abteilungsleiter Slavko Strock, der sich auch als Trainer engagiert. Das ist eine enorm starke Truppe, die seit mehreren Jahren gut zusammengewachsen ist. Mit vielen talentierten Spielerinnen, die bald wieder die Basis für eine Damenmannschaft legen werden. Zusätzlich haben wir einige Talente im Alterssegment U16. Diese Saison haben wir zu wenig Spielerinnen, um im Damenbereich an den Start zu gehen. Die Abmeldung schockt uns nicht, sondern ist strategisch gewollt. Wir versuchen, die vorhandenen Spielerinnen in der Übergangszeit zum Training in die Halle zu bringen. Wir werden jetzt für den wichtigen Neuaufbau alle Kraft in unsere U14 legen, um diese auch personell so stark weiterführen zu können. Ich bin fest überzeugt, dass das klappt. Weil die Mädels extrem motiviert sind und dieses Team von sehr engagierten Eltern unterstützt wird. Klares Ziel ist es, bald wieder eine Damenmannschaft zu melden. Perfekt wäre es, wenn wir nur ein Jahr pausieren müssen. Wir werden mit der Kraft von vielen eigenen Talenten wieder zurückkommen. Es sind ja auch noch gute Eigengewächse wie Mira Becker und Leonie Hanauer, Meike und Emma Bauer oder auch Hanna Drechsel und Heidi Decker da, die schon in der Landesliga spielten. Sie, dann als erfahrene Kräfte, werden mit unserem Nachwuchs das neue Damenteam bilden.
Trifft der aktuelle Trend bei den Damen, nicht genug Spielerinnen zu haben, vielleicht auch bald die komplette Abteilung?
Nein! Das ist mit der Formulierung so nicht richtig. Da wir einen Riesen-Zulauf im Minibereich haben mit 50 Kindern und mehr. An der Basis gehen auch viele Mädchen auf Korbjagd. Und bei unserem starken U14-Team sind es nicht nur wenige, sondern 14 starke Mädchen, die mit großem Eifer dabei sind. Unsere Basketball-Abteilung ist mit über 300 Mitgliedern die größte im Turnverein. Bei uns boomt es im Jugendbereich und wir sind bekannt für gute Nachwuchsarbeit. Wir zählen zu den größten Basketballvereinen in der Pfalz. Letzte Runde waren neben unserer Herrenmannschaft auch Jugendmannschaften erfolgreich. Beim TVK-Basketball gibt’s den vollen Fokus auf den weiblichen und männlichen Bereich. Das macht unsere große TVK- Familie seit Jahrzehnten auch so stark.