Zwei schlechte Minuten kosten den Sieg – FCK II Meister in Kibo

Die Revanche im Rückspiel glückte nicht. Das Gipfeltreffen in der Basketball-Landesliga verlor der TV Kirchheimbolanden 74:81 (41:34). Die TVK-Cracks ärgerten sich über die verpasste Chance – denn sie führten bis ins letzte Viertel, ehe der 1. FC Kaiserslautern II einen starken Schlussspurt aufs Parkett brachte.

Der TV Kirchheimbolanden von Trainerin Eva-Maria Krause-Lott holte im Duell der beiden führenden Landesliga-Teams alles aus „seinem Tank“ und forderte lange Zeit den „Liga-Krösus“ auf Augenhöhe. Gleich in der Anfangsphase riss der TVK das Heft an sich und gewann das erste Viertel 24:16. Auch zur Halbzeit lagen die stark auftrumpfenden TVK-Cracks vorne und führten den kompletten dritten Durchgang. In der 29. Minute, kurz vor der letzten Viertelpause, betrug der Vorsprung fast zehn Zähler (57:48). Es roch zur Freude der TVK-Fans lange Zeit nach der Überraschung. „Kibos“ Coup und Lauterns erste Saisonniederlage waren greifbar nahe. Doch es kam zur Wende zu Beginn der Crunchtime: 60:57, 62:59 – das waren die letzten Stationen, ehe die spürbar stärker werdenden Gäste das Kommando übernahmen.
„Das war ein extrem aufregendes Spiel, auch für mich an der Seitenlinie“, zeigte sich TVK-Trainerin Eva-Maria Krause-Lott direkt nach Abpfiff emotional mitgenommen von dem unter die Haut gehenden Duell der Pfälzer Traditionsclubs. „Leider haben wir es am Ende abgeschenkt. Wir haben sehr lange geführt. Dann waren es wenige Minuten, in denen Kaiserslautern eine extrem starke Defensive spielte, wir gegen diesen Druck viele Fehlpässe hatten und dem FCK immer wieder den Ball schenkten für einfache Korbabschlüsse. Hier verloren wir die Spielkontrolle. Auch wurde in dieser Phase unsere Verteidigung deutlich schwächer. Dann führte plötzlich der FCK mit drei, mit fünf und schließlich mit sechs Punkten. Am Ende geht’s mit minus sieben Punkten gegen uns aus.“

Die TVK-Trainerin sprach bei ihrer Analyse den „TVK-Blackout“ im Übergang vom dritten Durchgang zum vierten Viertel an, der das packende Pfalzderby kippte. In dieser besten FCK-Phase trat der Spitzenreiter meisterlich auf, gab dem Tabellenzweiten aus der Kleinen Residenz keine Luft zur Entfaltung und überrannte mit einem Höllentempo „Kibos“ Korbjäger. Viertelübergreifend von der höchsten TVK-Führung mit plus neun Punkten bis zur 34. Minute, als es dann 69:62 für den FCK stand, zauberten die Roten Teufel eine 21:5-Serie aus dem Ärmel. Damit drehten sie final das Match. Von dem Schock erholte sich der TVK nicht mehr. Lautern brachte die knappe Führung „abgezockt“ ins Ziel und feierte somit die vorzeitige Meisterschaft und den Aufstieg in die Oberliga.

Trotz des Frustes über den greifbaren, am Ende aber verpassten Sieg lobte Kirchheimbolandens Verantwortliche ihre Mannschaft für den lange Zeit beherzten und „richtig guten“ Auftritt. „Die Jungs haben mega-stark gekämpft und phasenweise einen sehr, sehr guten Basketball gespielt. Wir agierten auch taktisch clever und kamen gegen die starke Lauterer Zonen-Ganzfeldpresse gut klar“, erzählte Krause-Lott. „Leider haben wir in der entscheidenden Phase einige Fehler gemacht, die dem FCK in die Karten spielten. Trotzdem bin ich sehr stolz auf mein Team. Wir haben den ungeschlagenen Tabellenführer extrem gefordert und hatten ihn am Rande einer Niederlage. Lautern ist in der Liga aktuell einfach die beste Mannschaft.“

Bei den Gästen aus Kaiserslautern standen am Samstag viele Akteure auf dem Feld, die parallel auch in der ersten FCK-Mannschaft in der Regionalliga auflaufen – wie Aamari Guishard (neun Punkte) und sein Bruder Aarius (5) oder die treffsicheren James Brandon Hunter Lofton (11) und Vicente Baca Montero (17). Die Punkte, die dem Derby die entscheidende Richtungsänderung gaben, steuerte in erster Linie dieses regionalliga-erfahrene FCK-Quartett bei.