Mit Teamleistung zum Erfolg gegen die Towers Speyer

Hohe Hürde in der Basketball-Landesliga genommen: Der TV Kirchheimbolanden startete mit einem 87:80 (43:37)-Auswärtserfolg bei der SG Towers Speyer-Schifferstadt erfolgreich ins neue Jahr. Kurios: Der Sieg auf dem Feld wurde am Montagmorgen von der Spielleitung in einen 20:0-Erfolg am grünen Tisch abgeändert.

„Die Towers setzten einen nicht aktiven und damit formal einen nicht spielberechtigten Spieler ein. Sie hatten vergessen, diesen auf dem Mannschaftsmeldebogen einzutragen“, erklärte Spielleiter Peter Poreba (Wörth) die Entscheidung. So oder so: Der TVK verharrt mit dem ersten Erfolgserlebnis 2026 in der Spitzengruppe der Liga und bleibt als Tabellenzweiter erster Verfolger des noch ungeschlagenen 1. FC Kaiserslautern II. Nach einem ausgeglichenen Beginn (20:18, 10.) legten die Nordpfälzer im zweiten und dritten Durchgang mit den Teilerfolgen 25:17 und 28:22 den Grundstein für den späteren Jubel.

Bei der Wende vor dem Seitenwechsel spielten sich vor allem Philipp Reis und Faruk Yasin in einen Punkterausch. 23 der insgesamt 25 TVK-Treffer im zweiten Viertel erzielten die beiden TVK-Eigengewächse. Reis krönte seine Topleistung an diesem Tag auch mit mehreren Treffern aus der weiten Distanz. So traf sein Dreier kurz vor der Halbzeitsirene zur Sechs-Punkte-Pausenführung die Towers empfindlich am Nerv. Auch im dritten Viertel lief es wie am Schnürchen beim Team um Trainerin Eva Krause-Lott. Balazs Nagy sorgte mit sieben Treffern in Serie, darunter ein Dreier, direkt nach Wiederbeginn für ein weiteres wichtiges Stimmungshoch (52:37, 22.). In der Folge bauten die TVK-Cracks ihren Vorsprung weiter aus und führten zu Beginn der Crunchtime bereits 71:59 (30.).

Doch entschieden war die Partie damit noch nicht. Die Domstädter stellten unter anderem mit vier Drei-Punkte-Treffern innerhalb von nur zwei Minuten die Partie in nur 120 Sekunden völlig auf den Kopf, machten aus einem 66:75-Rückstand (35.) eine 80:79-Führung (37.). Dem TVK drohte auf den letzten Metern, den lange sicher in Händen gehaltene Sieg noch zu verspielen. Doch dann schlug im richtigen Moment der Turnverein eiskalt zurück: Dank einer wieder kompromissloseren Verteidigung ließen die Kreisstädter in den letzten zwei Minuten keinen einzigen Gegentreffer mehr zu. Und auf der anderen Seite nutzten die Gäste die vielen Towers-Fouls an der Freiwurflinie effizient aus. Tom Dreyer, Balazs Nagy und Philipp Reis stellten mit ihren Treffern in den beiden letzten Minuten wieder die Weichen auf Sieg.

„Speyer war in Topbesetzung aufgelaufen. Zwei Leistungsträger der Towers haben sogar Regionalliga-Erfahrung. Wir hatten auch eine starke Besetzung – deshalb entwickelte sich wie erwartet das enge Match auf Augenhöhe“, erklärte Trainerin Eva-Maria Krause-Lott. „Die anfängliche Zonenverteidigung klappte nicht so wie gewünscht. Deshalb stellten wir später im Spiel auf eine direkte Mann-Mann-Defensive um. Auch wenn wir im zweiten Viertel die Führung an uns rissen und lange führten, blieb es bis Schluss eigentlich eine enge Kiste. Am Ende wurde es der offene Schlagabtausch, den wir aufgrund unserer Routine nach Hause brachten.“

Krause-Lott zeigte sich mit dem Auftritt im ersten Spiel nach der langen Wettkampfpause zufrieden. „Die Jungs hatten Spaß auf dem Feld, halfen sich gegenseitig. Das war wirklich eine Top-Teamleistung“, sagte sie. „Alle hatten entscheidenden Anteil an dem wichtigen Auswärtssieg. Nicht nur die, die die meisten Treffer erzielten. Alle. Die Mannschaft hat richtig gut funktioniert.“