Zwei Viertel machen den Unterschied. Der TV Kirchheimbolanden bleibt in der Basketball- Landesliga auf der Erfolgsspur. Im ersten Heimspiel der Saison landeten „Kibos“ Korbjäger einen 85:63 (42:35)-Erfolg gegen den TV Oppenheim. Sie begeisterten den eigenen Anhang im zweiten und vierten Viertel.
Dabei erzählte das Spiel eine spannende Geschichte. Eine andere, als es vielleicht das „nackte“ Ergebnis am Ende ausdrückt. Denn deutlichwurde es erst zum Ende. Besonders in der Anfangsphase wurde der TVK komplett auf dem falschen Fuß erwischt. Phasenweise lag der Tabellenführer mit bis zu 16 Punkten Differenz (11:27, 10.Minute) zurück. Nach dem ersten Teilabschnitt führten die glänzend gestarteten Rheinhessen 27:14 – die erste Saisonniederlage für die TVK-Basketballer lagen in der Luft. „Wir wurden komplett überrumpelt im ersten Viertel von der starken Körperlichkeit des Gegners. Wir haben diese Intensität am Anfang nicht richtig in den Zweikämpfen angenommen und haben den Auftakt komplett verpennt“, erklärte TVK Trainerin Eva-Maria Krause-Lott den schwachen Start. „Hinzu kam, dass der TV Oppenheim in den ersten zehn Minuten fast alles traf.“ Die Gäste hatten mit den neuen Korbanlagen in Kirchheimbolandens frisch sanierter Sporthalle jedenfalls zunächst keine Probleme. Der Turnverein schon – doch das änderte sich noch vor dem Seitenwechsel. Der erste „Game-Changer“ Ende des ersten Viertels war Krause-Lotts defensive Neuausrichtung, weg von der direkten Mann-gegen-Mann-Verteidigung auf eine Zonenverteidigung. „Diese Umstellung war Gold wert, weil wir dadurch viel besser Rebounds holten“, sagte die TVK-Trainerin. „Zwar haben wir danach relativ schnell wieder auf Mann-gegen- Mann umgestellt. Doch die Umstellungen waren wichtig, um Oppenheims Lauf zu stoppen und beim Gegner einen Break in sein anfangs extrem effizientes Angriffsspiel reinzubekommen.“ Der Plan ging perfekt auf, denn das zweite Viertel gehörte komplett den Krause-Lott-Schützlingen. Als hätte es die Minuten zuvor nicht gegeben, spielte der TVK „wie von einem anderen Stern“. Plötzlich gewannen die Kreisstädter ihre Zweikämpfe und Rebound-Duelle, schalteten schnell von Abwehr in Angriff um und plötzlich war das Treffen auf die neue Korbanlage ganz selbstverständlich. Mit einem sensationellen 28:8-Lauf drehte das nun aus einem Guss spielende TVK-Team die Partie zur eigenen Pausenführung. „Durch die veränderten Vorzeichen verschlechterte sich Oppenheims Trefferausbeute. Dafür haben wir dann sehr gut die Bälle reingemacht“, analysierte Krause-Lott. „In dieser Phase spielten wir eine echt gute Defensive. Und im Angriff lief alles perfekt zusammen. Die Jungs waren topmotiviert und machten alles wett, was anfangs noch nicht funktionierte.“ D och die Wende war noch nicht der Freifahrtschein zum Sieg. Denn im dritten Durchgang (20:18) begegneten sich beide Mannschaften wieder auf Augenhöhe. Das Spiel blieb spannend und umkämpft. „Wir hatten gute Aktionen, aber wir haben nicht mehr so effizient getroffen wie noch vor der Halbzeit“, berichtete die TVK Trainerin. „Da fielen dann plötzlich die komplett freien Dreier-Versuche nicht mehr. Nah am Brett warfen wir sogar dreimal über den Korb. Da klappte einiges nicht.“ Da der TV Kirchheimbolanden sich davon aber nicht irritieren ließ und als gefestigte Einheit auch in der zweiten Halbzeit auftrat, zahlte sich die mannschaftliche Stärke und Ausgeglichenheit am langen Ende aus. Fünf TVK-Spieler trafen zweistellig – das konnte der TV Oppenheim nicht aufweisen. Direkt zu Beginn des vierten Viertels sorgten die Einheimischen für die Entscheidung, als Henning Borggräfe, Lukas Ruther und Sven Radloff mit ihren Treffern innerhalb weniger Minuten die Führung auf der Anzeigetafel vom 62:53 (30.) auf 72:53 (33.) stellten. Der Rest des deutlich mit 23:10 für sich entschiedenen Schlussabschnitts war dann die Kür in einem Match, das lange Zeit ein mühevolles Pflichtprogramm den TVK-Cracks abverlangte. „Entscheidend für den Sieg in dem körperlich intensiven und anstrengenden Spiel war die ganze Mannschaft“, lobte Eva-Maria Krause-Lott das ganze Team. „Es war extrem wichtig, dass wir so tief besetzt waren. Denn Oppenheim war ein starker Gegner.“