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TVK I ohne Biss im Derby
TVK I - BBC Fastbreakers Rockenhausen 61 : 77

 Ganze acht Minuten konnte Aufsteiger TV Kirchheimbolanden im Donnersberg-Duell der Basketball-Landesliga dem Oberliga-Absteiger BBC Fastbreakers Rockenhausen Paroli bieten. Dann sorgte der Favorit schnell dafür, dass der Sieger früh fest steht und das Derby ohne Spannung weiterlebt. 22:1 Punkte in sieben Minuten bedeuteten eine bittere Lehrstunde für den TVK.
Damit war dem Derby früh die Brisanz gezogen. In der Anfangsphase konnte der Turnverein noch ein Zeichen setzen, denn der Auftakt gehörte klar dem Underdog aus der Kleinen Residenz. 7:0 stand es nach wenigen Minuten – Rockenhausen wirkte zu Beginn pomadig im Abwehrverhalten, ließ die Gegenspieler frei zum Abschluss kommen. Auch nach acht Minuten war die TVK-Welt noch in Ordnung. Die Truppe um Trainerin Eva Krause-Lott führte 13:8 und irgendwie lag in der Halle mit der tollen Atmosphäre und den beiden fast gleich stark gekommenen Fan-Lagern ein Gefühl einer möglichen Überraschung in der Luft. Doch bevor auch nur im Ansatz aus Gedanken Kraft und Wille werden konnten, drehten die Fastbreakers zu einer großen Gala auf. Viertelüberschreitend klingelte es im Zehn-Sekundentakt im TVK-Korb – und auf der anderen Seite gelangen den Kreisstädtern zwischen der 8. und 15. Minute rein gar nichts: Fehlpässe, Ballverluste, technische Mängel. Dazu noch eine große Schwäche im Zweikampf- und Reboundverhalten inklusive stümperhaften Umschaltspiel von Offensive in Defensive. Die Fastbreakers zauberten und das TVK-Team schaute zu. Dank einer sagenhaften 22:1-Serie drehte der Basketballclub nicht nur das Match, sondern sorgte gleichzeitig bereits vor dem Seitenwechsel für die frühe Entscheidung. Aus einem 13:8 für „Kibo“ wurde wenig später auf der Anzeigetafel ein 14:30. Und Rockenhausen hörte nicht auf, baute den Vorsprung mit einem insgesamt 29:12 gewonnenen Teilabschnitt auf 20 Zähler Differenz zur Pause aus. Mehr, als am Ende auf der Punkte-Anzeige stand. Die eine Phase, diese glorreichen 12 Minuten reichten, um einen Klassenunterschied aufzuzeigen und den Derbysieg in trockene Tücher zu bringen.
„Wir bekamen den Ball nicht richtig gut ans Brett, warfen viel aus der Distanz und leisteten uns vor allem viel zu viele Fehler und Ballverluste“, analysierte TVK-Coach Eva Krause-Lott. „Der BBC bestrafte unsere Nachlässigkeiten rigoros, schaltete blitzschnell um und überrannte uns mit vielen Fastbreaks. Wir verschliefen komplett das zweite Viertel. Das war der frühe Knackpunkt des Spiels.“ Krause-Lott bemängelte auch, dass ihre Jungs nicht immer die richtige Körperspannung zeigten und sich in dem harten Match und der großzügigen Spielführung der beiden Schiedsrichter immer wieder in Debatten aufrieben. „Kibos Fehler spielten uns in die Karten. Das stimmt. Fastbreaks sind eigentlich genau unser Ding. Die Ballgewinne nutzten wir gerade in der entscheidenden Phase clever aus und liefen Schnellangriff nach Schnellangriff“, untermauerte BBC-Kapitän Jürgen Manz die Einschätzung von Kirchheimbolandens Trainerin. „Im dritten Durchgang hielten wir quasi den Vorsprung, gewannen das Viertel knapp. Bemängeln muss man aber klar unser Verhalten in der Schlussphase. Im vierten Viertel ließen wir die Partie austrudeln und ermöglichten so, dass Kibo eine Ergebniskorrektur vornehmen konnte.“ Spannend wurde das Derby aber zu keinem Zeitpunkt mehr. In der 39. Minute stand es noch 55:77! Bei seinem letzten Auftritt im BBC-Trikot zählte Taurean Wilbon zu den stärksten Akteuren. Am Dienstag verlässt der treffsichere Amerikaner Deutschland und kehrt wieder in die Heimat zurück. Rockenhausens Sieg ist klar verdient. Die Fastbreakers schalteten die große TVK-Garde unter den Körben komplett aus und zeigten mit Schnelligkeit und Tempo eindrucksvoll ihre Vorteile auf. Neben Wilbon zeichneten sich im BBC-Team auch die treffsicheren Rabosky Tanner und John Caldwell aus, bei den Einheimischen hatte nur Sven Radloff „normalen Korbhunger“.
So spielten sie:
TV Kirchheimbolanden:  Braun (3 Punkte), Dreyer (3), Friedrich (5), Kopcan (2), Noll, Radloff (20), Ruther (4), Salifu (10), Strock (5), Thauern (9).

Quelle: Rheinpfalz