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TVK-Jugend feiert vor 50 Jahren mit der Pfalzauswahl den erstmaligen Gewinn einer Deutschen Meisterschaft
Am 5. Juni 2010 ist es auf den Tag genau 60 Jahre her, dass der TV Kirchheimbolanden gemeinsam mit dem pfälzischen Verband Basketball-Geschichte geschrieben hat. Die Pfalzauswahl, die weitestgehend eine TVK-Mannschaft war, feierte in Bad Kreuznach völlig überraschend die Deutsche Jugendmeisterschaft - es war einer der ganz großen Triumphe in der Pionierzeit des pfälzischen Basketballsports. "Die Erringung der Deutschen Meisterschaft war damals eine Sensation hoch drei. Der Basketball war in der Pfalz noch im Aufbau, es gab noch keine richtigen Strukturen und auch nur wenige Vereine. Der TV Kirchheimbolanden brachte 1950 den Basketball in die Pfalz, deshalb überrascht es auch nicht, dass alleine sieben TVK-Spieler in der Pfalzauswahl spielten", erklärt Horst Eller (Bad Dürkheim), der Ehrenvorsitzende des Basketballverbandes Pfalz (BVP). "Der überraschende Erfolg von 1960 hatte eine große Bedeutung.
Der Triumph machte unseren Sport in der Öffentlichkeit bekannter und war ausschlaggebend für die positive Entwicklung im pfälzischen Basketballsport in den darauffolgenden Jahren." Entscheidenden Anteil an dem Basketball-Boom in "Kibo" und in der Pfalz hatte der zweite BVP-Ehrenvorsitzende Erich Hirsch (Kirchheimbolanden), der damals bereits über die Deutschen Meisterschaften berichtete. Noch heute fiebert Hirsch mit den TVK-Korbjägern mit und schreibt über "seinen" Turnverein in der RHEINPFALZ.
Die beiden großen "Erfolgsmacher" waren der Trainer der Pfalzauswahl, Jugendwart Artur "Addi" Bitschnau, und Nationalspieler Karl-Heinz "Beppo" Brehm, der viel Kompetenz in die Kleine Residenz brachte und neben Bitschnau in Kreuznach die Pfalzauswahl zusätzlich als Coach betreute. Ohne Brehm und Bitschnau, zwei der großen "TVK-Ziehväter", hätte der Basketball in Kirchheimbolanden und der Pfalz heute nicht den großen Stellenwert. "Das Jahr 2010 ist ein ganz Besonderes für den Basketball. Vor 60 Jahren wurde die TVK-Abteilung gegründet, vor 50 Jahren gewannen wir überraschend die Deustche Meisterschaft und vor 40 Jahren spielten wir mit dem TVK in der Bundesliga - das war eine weitere Sensation", erinnert "Addi" Bitschnau nochmals an die Höhepunkte in den ersten Jahren des pfälzischen Traditionsvereins. Besondere Momente gab es in der Anfangszeit sicherlich noch weitere, wie Bitschnau versichert, wie etwa der erstmalige Gewinn der Rheinland-Pfalz-Meisterschaft 1958 in der Sporthalle der Amerikaner auf dem Weierhof mit dem denkwürdigen 53:52-Sieg gegen den VfL Bad Kreuznach oder auch das Überwechseln 1960 von der DDR in die nordpfälzische Kreisstadt der beiden TVK-Urgesteine Dieter Pohlmann und Manfred Lungmus, die Erich Hirsch und Karl Stepan von Friedland in die Kleine Residenz "lotsten" - auch sie feiern dieses Jahr ein 50jähriges Basketball-Jubiläum.
Natürlich hat Bitschnau die Endrunde der Deutschen Meisterschaften 1960 und das glückliche Zustandekommen der DM-Teilnahme noch genau vor Augen. Das Pfälzer Team war in der Qualifikationsrunde zu den Bundesbestenspielen bereits ausgeschieden und rückte in die Endrunde nur deshalb nach, weil die Landesverbände Berlin und Bayern ihren Verzicht erklärten. Damals gab es keine B- oder C-Jugend. Mit einer großen Bandbreite gingen in einer Mannschaft 14- bis 17Jährige auf Korbjagd. Das Bitschnau-Team war klarer Außenseiter, den Underdog aus dem "Basketball-Entwicklungsland" hatte am ersten Juni-Wochenende auf dem Bad Kreuznacher Freiplatz niemand auf der Rechnung. Doch es kam alles ganz anders. Kirchheimbolandens Nachwuchsasse Frank Kreilein, Hans-Dieter Brehm, Werner Otto Hermann, Horst Heiner Merckel, Manfred Keidel, Volker Haury und der am 12. März dieses Jahres verstorbene Franz Schymik wuchsen mit ihren drei Teamkameraden Gerd Schmidt-Zöllner, Günther Pahl und Peter Buchert vom CVJM Kaiserslautern buchstäblich über sich hinaus. Die "Jungen Wilden" aus der Pfalz landeten mit dem 41:19-Kantersieg gegen den Favoriten Niedersachsen den ersten großen Paukenschlag und schaftten dann im Finale gegen Hessen die Sensation. Nach einem zunächst ausgeglichenen Spielverlauf zogen die Pfälzer auf 18:8 davon und feierten am Ende mit 33:14 den historischen Triumph. Nach genau 50 Jahren wollten die Pfalz-Stars in Kirchheimbolanden ursprünglich am Jubiläumswochenende Anfang Juni nochmals auf die Deutsche Meisterschaft anstoßen - aufgrund vieler Absagen wegen anderer Termine will Bitschnau nun im Herbst das Treffen der 1960er Basketball-Champions nachholen.
Quelle: Rheinpfalz